Dienstag, 27. Juli 2010

Revue zum Amphi-Festival 2010

Die Eindrücke vom Amphi haben sich gesetzt und jetzt will ich natürlich gern darüber berichten.

Wir sind am Samstag angereist und nachdem wir im Hotel eingecheckt hatten, sind wir Richtung Tanzbrunnen-Gelände getappt. Super gut gelegen, direkt in der Kölner Innenstadt mit grandiosem Blick auf den Kölner Dom. Unser Weg führte uns über die Hohenzollernbrücke, wo wir erst mal die tausenden Liebesschlösser bewundert haben, die dort angehängt sind.


Dann hieß es erst mal Anstehen, um ein Festivalbändchen zu bekommen. Nachdem das erledigt war, stolperten wir aufs Festival-Gelände und haben uns erst mal umgeschaut. Ich muss ehrlich sagen, ich war begeistert. Der Platz vor der Mainstage ist überdacht, es gab jede Menge Verkaufsstände, eine grandiose Chill-Out-Area direkt am Rhein mit Sand und Liegestühlen (wo ich mich dann Nachmittags sogar mal ein Stündchen in die Sonne legen konnte und schlafen) und befestigte Toiletten. Keine Dixi-Klos, was ja mal wirklich was Geniales ist und womit man auf einem Festival irgendwie nicht so mit rechnet.

Schon allein für diese Location bekommt das Festival von mir eine 1+.

Weitere Highlights aus meiner Sicht:
- ein interessantes Rahmenprogramm im Theater, mit Bestuhlung!
- eine zweite Bühne im Staatenhaus, indoor und somit ein guter Platz für den Fall, dass es regnet und man nicht mehr unter die Überdachung vor der Mainstage kommt

Nachdem wir uns ein wenig orientiert hatten und auch was zu Essen im Magen hatten, ging es auch gleich los mit den interessanten Bands.
Wir haben uns zu End of Green am Mischpult der Hauptbühne positioniert. Ein kleiner Eindruck hier dann mit einem Video was ich bei Youtube gefunden hab:



Weiter ging es dann mit Ashbury Heights, die ich ebenso genial fand wie End of Green. Beide Bands haben mir vor dem Festival nicht wirklich was gesagt und ich werde mich da definitiv weiterbilden müssen. Und sie sollten nicht die letzten Entdeckungen sein.
Leider überzeugten mich Welle:Erdball dann nicht wirklich, außer von der Show selbst, das war echt ansehnlich, aber von der Musik her, hat es mich nicht wirklich vom Hocker gerissen, was vielleicht auch ein wenig am Sound gelegen haben könnte, der hier und da einfach nicht ideal war, vor allem abhängig davon, wo man sich befand. Logischerweise war es am Mischpult sehr gut, aber meine Ohren haben einfach an manchen stellen nicht mitgemacht, weil der Bass viiiel zu heftig war.
Nach ein paar Liedern sind wir dann in den oben schon erwähnten Chill-Out-Bereich gegangen und haben uns ein wenig ausgeruht.
Rechtzeitig zu "The Crüxshadows", die im Staatenhaus gespielt haben, war ich dann auch wieder fit und sehr sehr gespannt. Die Show und die Musik haben mich umgehauen. Einfach super klasse, wobei auch hier leider der Sound nicht wirklich ideal war. Vermutlich lag das auch dran, dass das Staatenhaus sicher nicht für diese Art von Konzerten ausgelegt ist. Auch hier wieder ein kleiner Eindruck:



Das war Entdeckung Nummer Drei und gleich im Anschluss kam dann Project Pitchfork, mein Favorit für diesen Tag. Leider hat mich auch hier der Sound nicht überzeugt, aber die Stimmung war super und auch wenn die Ohren etwas gelitten haben, war es doch genial.
Anschließend sind wir noch ein wenig übers Gelände gelaufen, begleitet von And One, deren Auftritt wir nur akustisch mitbekommen haben, was aber durchaus auch gut klang.
Wir haben uns dann frühzeitig im Theater eingefunden um ab 23 Uhr DJ Gillian huldigen zu können. Der Tag hatte aber doch an den Kräften gezerrt, was uns dann gegen halb 12 zum Aufbrechen gezwungen hat. Es war dann doch wichtiger den Sonntag ausgeschlafen zu beginnen, insofern sind wir früh ins Bett gegangen.

Am Sonntag gings dann nach einem sehr leckeren Frühstück mit dem Auto zum Festivalgelände. Auch hier wieder ein großes Plus: die Parkplätze waren gut ausgeschildert und wirklich nahe am Gelände, so dass man nicht weit zu laufen hatte.
Auf dem Gelände habe ich dann erst mal nach der Schwester einer Freundin gesucht, die sich uns anschließen wollte. Erfreulicherweise war es durchaus gut möglich jemanden, den man nicht kannte, schnell zu finden, der Treffpunkt am Aufgang zum Xtrax-Stand sollte sich mehr als einmal als ideal herausstellen.

So waren wir dann auch rechtzeitig zu Mono Inc. vor der Hauptbühne am angestammten Platz in der Nähe des Mischpults. Und hier durften wir den für mich besten Act des Festivals (neben VNV Nation) erleben. Auch Mono Inc. gehört zu den Neuentdeckungen für mich und ich war absolut begeistert. Eindrücke gefällig? Voila, auch hier hab ich was auf Youtube gefunden:



Da uns Rabia Sorda nicht überzeugten und der Vortrag von Dr. Mark Benecke zeitlich passte, haben wir uns den im Theater angeschaut. Super interessant und rhetorisch sehr gut vorgetragen! Ich werde mir sicher bei Gelegenheit mal einen seiner langen Vorträge anhören.
Zu Leaves Eyes bin ich dann mal wieder zur Chill-Out-Area gewandert, weil mir das irgendwie gar nicht zugesagt hat und die parallel im Staatenhaus auftretenden Bands auch keine Alternative darstellten. Habe dann gemütlich eine gute Stunde an der Rheinpromenade gesessen und mir die Leute angeschaut.
Zu Mesh und Combichrist gings dann zurück vor die Hauptbühne. Vor Combichrist haben wir den geordneten Rückzug vom Mischpult eingeleitet, weil die Lautstärke ziemlich sicher nicht ertragbar gewesen wäre. Leider war der Sound weiter hinten (und vielleicht allgemein) nicht ganz so ideal, aber der Platz, den wir ergattert hatten, stellte sich als durchaus geschickt heraus. Direkt am Aufgang zum Stand von Xtrax, auf einem Mäuerchen, wo man die gesamte Menge überblicken konnte. Leider fing es dann irgendwann an zu regnen und das machte den Spaß an der Sache etwas zu nichte...
Nach Combichrist sind wir dann ans Staatenhaus gewechselt um Frontline Assembly anzuschauen, zumal wir eigentlich keine Lust auf ASP hatten. Nach einem Lied bei Frontline haben wir aber entschieden, doch lieber wieder raus zu gehen, trotz Regen. Man hat leider außer Wummern an der Stelle, wo wir waren, gar nichts großartig gehört und das hat nicht überzeugt.
Draußen haben wir einen guten Teil des ASP-Konzerts dann im Stand von Xtrax verbracht, weil es da einfach trocken war. Hier haben wir auch den Anfang von VNV Nation miterlebt, denn der Blick vom Eingang des Xtrax ist sagenhaft, man kann genial auf die Bühne und die Massen schauen. Etwas später sind wir dann wieder auf das Fleckchen an der Mauer zurück gekehrt. Und das war das beste, was wir haben machen können. Einen grandiosen Blick auf die Bühne und die Menge, Platz zum Tanzen und der Sound war auch super.



Ursprünglich hätten wir gern noch Letzte Instanz und Eisbrecher angeschaut, aber erstens war das Wetter wirklich mies und hat doch ein wenig die Laune verdorben, zweitens haben wir den Sound im Staatenhaus sehr skeptisch gesehen und wollten uns die guten Eindrücke vom Zita-Rock in Berlin einfach nicht kaputt machen lassen. Dementsprechend sind wir nach VNV Nation gegangen und nach Hause gefahren. Immerhin waren wir so gegen 1 Uhr in Hemsbach und ich dann um kurz nach halb 2 zu Hause in Karlsruhe.

Alles in Allem: es war ein grandioses Wochenende und das Amphi-Festival hat mich definitiv nicht zum letzten Mal gesehen!

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