Freitag, 25. Juni 2010

Kommunikation und Sex

Ich zitiere hier mal jemanden aus einem meiner Foren:

"Für mich ist jede Art von Zärtlichkeit eine Art Kommunikation - im Fall von Sex eben eine sehr intensive. Je nachdem, wie nah ich mich einem Menschen fühle, kommuniziere ich auf andere Weise.. mit einigen smalltalke ich nur, bei anderen schütte ich gern mein Herz aus, mit einigen kuschel ich mich gern zusammen und bei denen, die mir besonders nahe stehen, kann auch Sex die passende Kommunikation sein.
Und das Bedürfnis, die Nähe zu jemandem über den Körper auszudrücken, kann unmöglich jemand anderer als derjenige erfüllen - auch wenn in der Beziehung zu meinem Lebenspartner nichts fehlt."

Ich finde das einfach so passend, in dem Zusammenhang dort im Forum, wo es darum ging, ob eine Affäre mit einem Menschen, der anderweitig liiert ist, moralisch vertretbar ist. Und auch für mein Leben generell. Denn ich sehe das genauso, was natürlich auch Einfluss auf meine moralische Einstellung hat.
Im Moment hab ich zwar keinen Lebenspartner, aber der potentielle Lebenspartner müsste mit dieser Einstellung zumindest klar kommen. Ist glaube nur nicht so einfach Menschen zu finden, die das ähnlich sehen bzw. Menschen, die dann auch noch zu einem passen, dass man über eine Lebenspartnerschaft nachdenken kann.
Ich hatte schon mehrere Menschen in meinem Leben, die ich einfach nur gern hatte (und habe), in die ich nicht total verliebt war und mit denen ich ins Bett gegangen bin (und wieder gehen würde), einfach weil es passt(e). Auch weil es Teil der Kommunikation war, weil man damit ggf. sogar weiter kommt als mit der reinen sprachlichen Kommunikation. Mal abgesehen davon, dass Geschlechtsverkehr auch dem Stressabbau dienen kann, oder warum gibt es Versöhnungssex? - Auch eine Art der Kommunikation ;-)

Wenn ich jemanden mag, mich zu diesem hingezogen fühle, ihn lieb habe (und ich hab viele Menschen lieb) und dann auch noch eine körperliche Zuneigung dazu kommt, sprich: man tollen und vielleicht auch regelmäßig Sex oder so haben kann - so what? Warum daraus ein Problem machen? Das heißt doch nicht, dass man dann nicht mehr offen für eine andere Person ist, die einem vielleicht noch etwas anderes im Leben geben kann.

1 Kommentar:

Gloria hat gesagt…

Interessantes Thema. Ich vermute mal, dass hierbei die Angst vor dem Verlust des Partners eine gravierende Rolle spielt gepaart mit dem Egoismus, dass der Partner NUR MIR GEHÖRT. Sprich es kommt noch der Besitzanspruch hinzu *lach*
Andere wiederum haben sich keinerlei Gedanken darum gemacht sondern lediglich das von der Gesellschaft vorgelebte Bild übernommen.

Die eigene Meinung zu diesem Thema kann ich akzeptieren, das nachgeplapperte "Aber das ist Fremdgehen, das macht man nicht" lässt mich eher den Menschen als solches hinterfragen, inwieweit er überhaupt weiß, was er da sagt und welche Bedeutung es hat *g*

Für mich ist Sex entweder Frustabbau (hier würd ich alles nehmen, was einigermaßen tauglich ist) oder mit so intensiven Gefühlen verbunden, dass ich nicht mal eine Hand voll Männer aufzählen könnte, mit denen ich mir Sex vorstellen könnte. Da ich mich nur schwer in andere Menschen bzw. Situationen hineinversetzen kann, da ständig mein eigenes Ich im Weg ist, kann ich deine Erklärung vom Kopf her voll und ganz nachvollziehen, diese ist auch logisch aber gefühlstechnisch no way. Da versteh ichs nicht *lach*