Freitag, 15. Januar 2010

Neue Grippe

Ich habe heute Morgen im Geschäft Sicherheitsunterweisung gehabt. Da war einer unser Arbeitsmediziner, der unter anderem über die Neue Grippe referiert hat.
Bisher hatte ich mich mit dem Thema eigentlich nicht wirklich beschäftigt und es ziemlich links liegen gelassen. Mir ging nur die Aufbauschung in den Medien auf die Nerven, mich verwunderte, dass man dann plötzlich nichts mehr hörte, und jetzt diese seltsame Diskussion über den zu viel gekauften Impfstoff. Alles in Allem hatte ich eher das Gefühl von den Medien absolut falsch und verquer informiert zu werden. Erst Panikmache, dann ein paar Wochen später sagen, dass das alles nur Panikmache war. Ja klar ist ok...

So nun zu dem Vortrag, den ich mal versuchen will etwas zusammen zu fassen.
Einleitend sagte der Referent mal, dass die Neue Grippe eine Mutation eines Virus sei, der in den 50er Jahren die letzte große Pandemie verursacht hat. Diese Mutation ist wohl vom Menschen auf Vögel und dann Säugetiere wieder zurück zum Menschen gewandert. Das allein find ich mal wieder total spannend. Denn auch wenn ich mit Biologie echt wenig am Hut hab, solche Mutationsgeschichten find ich echt interessant.
Dann wurde was zu Pandemie allgemein gesagt. Nämlich dass solche Pandemien eben in Wellen kommen und man erst nach gut 3 Jahren definitiv sagen kann, dass eine Pandemie rum ist. Auch hat er hingewiesen darauf, dass von der Pandemie-Stufe die WHO noch nichts zurückgenommen hat bzgl. Neuer Grippe. Sprich: ausgestanden ist hier noch gar nichts.
Dann ging es mehr auf die betroffenen Personen, die Symptome und die Todesfälle. Hier wieder interessant: Menschen, die die Pandemie in den 50ern miterlebt haben, sind weniger gefährdet, weil sie gegen das Virus zum Teil noch Antikörper haben. Deshalb betrifft die Schweinegrippe auch mehr junge, gesunde Menschen als alte Menschen. Das ist auch der Unterschied zur saisonalen Grippe, die mehr alte vielleicht eh schon kranke Menschen betrifft. Deshalb ist ein Vergleich zwischen den beiden Grippen auch ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen. Er ging dann drauf ein, dass es in Norwegen wohl 5 Fälle gab, wo junge Menschen zwischen 20-25 Jahren an dem Virus gestorben sind, und zwar ohne Vorerkrankungen. Bei der Untersuchung kam raus, dass es sich um eine Mutation des Virus handelt, die viel aggressiver war als das was so üblicherweise die Leute bisher hatten. Nur war die Mutation wohl nicht so mächtig was die Ansteckung anbelangte, sprich, wenn es mal eine Mutation gibt, die so aggressiv ist und dann auch noch so ansteckend ist, wie die jetzt umgehende, dann gibt es eine viel unangenehmere Pandemiewelle.
Jetzt dann zur Impfung: er hat kurz darüber referiert, inwieweit die Informationen in den Medien, das Verhalten der Regierung und der Ärzte was die Impfung anbelangt, irrsinnig waren. Denn wenn man mal das anschaut, was ich bzgl. der Mutationen geschrieben hab, kann man sich vermutlich denken, dass eine Impfung so unsinnig gar nicht ist. Denn wenn man dem Virus gar keine Möglichkeit gibt einen zu infizieren, ist die Wahrscheinlichkeit der Mutation auch reduziert. Außerdem ist eine Impfung ja dazu da, eine Pandemie einzudämmen. Also was bringt es erst zu impfen wenn die nächste Welle da ist? Genau...
Abschließend meinte er noch, dass wohl die Bestrebung da ist, die Impfstoff gegen die Neue Grippe mit in den Impfstoff der saisonalen Grippe einzubauen. Aber nun gut, der Impfstoff kommt ja erst im Herbst diesen Jahres.

Ich für mich werd mich dann wohl impfen lassen, nachdem ich mich endlich gut informiert fühle und nicht mehr durch die widersprüchlichen Informationen überall komplett verunsichert bin.

1 Kommentar:

Silent Dreamer hat gesagt…

Auch nach dieser Erklärung finde ich das ehrlich gesagt wenig spektakulär. Jede Epidemie hat ihren Patient 0 - in aller Regel irgendwo in der Tierwelt.

Und auch die hundsgewöhnliche Grippe sind ja in Wahrheit verschiedene Stämme, die sich seit Urzeiten in mehr oder weniger gefährlichen Mutationen mal wieder ausbreiten.
Auch an der normalen Grippe sterben regelmäßig Menschen ohne Vorbelastung.

Ich weiß: im Vorfeld wurde die Schweinegrippe gerne mit der spanischen Grippe verglichen. Oder wie du erklärt hast: sie hätte das Potential dazu, wenn sie mutieren würde. Das gilt aber für jeden anderen Krankheitsstamm auch. Da Viren auch munter untereinander genetisches Material tauschen, müsste man konsequent gegen ALLE Grippestämme impfen. Impft man inkonsequent, drängt man die Viren nur in eine ökologische Nische, wo sie erst recht mutationsfreudig werden. Und selbst dann hätte man keine Garantie, dass der Impfstoff tatsächlich gegen Mutationen wirkt.

Die Impfung wird den selben Menschen empfohlen wie bei jeder anderen Grippeimpfung: nämlich solche die zwangsläufig viel Personenkontakt haben: Lehrer, Ärzte...
Ich denke, da zählst du als DLRG durchaus dazu. Für Otto-Normalbürger wie mich halte ich die Schweinegrippe immer noch für Panikmache.