Donnerstag, 4. Dezember 2008

Überlegungen zu Gruppendynamik

Die Hauptfrage: Wie findet man Leute (vor Ort !!!), mit denen man seine Freizeit gestalten kann (Kino, gemeinsam kochen, Filmabende, was trinken gehen, tanzen gehen etc.)

Ansatz zur Lösungsfindung:
Zwischenfrage: Wie funktioniert ein Freundeskreis?
Antwort: über Gruppendynamiken

Erklärung:
Man stelle sich vor man kommt in eine neue Stadt und kennt niemanden. Also wirklich gar niemanden, Zero.
Jetzt hat man sich aber an eine Uni eingeschrieben und wird da über kurz oder lang auf eine ganze Menge an Menschen treffen, mit denen man eines gemeinsam hat: die Fachrichtung!
Willkommen in der ersten Gruppe, nennen wir sie Uni. Über die Gruppe Uni hat man Zugriff auf verdammt viele Menschen. Und man lernt nach und nach immer neue Menschen kennen. Zum Teil ergeben sich aus der Gruppe Uni Untergruppen (Tutorengruppen, Leute, die man besser kennt, Interessensgruppen, Vertiefungsrichtung etc.). Über all diese Gruppen kann man ständig neue Leute kennenlernen, denn wenn man in Gruppe 1 jemanden kennt und mit dem mal zu Gruppe 2 geht, lernt man automatisch Leute aus Gruppe 2 kennen, die wiederum Teil von Gruppe 3 sind und so weiter.
Alles in allem ein sehr dynamischer Prozess.
Wenn man jetzt neben der Großgruppe Uni jetzt noch eine Großgruppe Verein hat, hat man eigentlich schon gewonnen.

Das Alles führt also dazu, dass man einen großen Grundstock an Leuten hat die man kennt und das ist echt toll.

Nächste Frage: Was ist jetzt also das Problem?
Antwort: Der Faktor Mini-Gruppe Beziehung

Erklärung:
Die Mini-Gruppe Beziehung führt im allgemeinen dazu, dass man am Gruppengeschehen der vorher beschriebenen Gruppen nur noch geringfügig teilnimmt. Man kann zwar auch in der Mini-Gruppe Teil einer Großgruppe sein, aber da kommt dann das Problem zu tragen, dass die Großgruppe im Fall einer Trennung nicht mehr weiß, was sie aus den Einzelteilen der Mini-Gruppe machen soll. Das hat ggf. zur Folge, dass die Minigruppe nicht mehr an der Gruppendynamik beteiligt wird oder das ein Teil der Minigruppe nicht mehr beteiligt wird bzw. es vielleicht auch vorzieht sich nicht mehr zu beteiligen. Fakt ist: Beide in der Gruppe geht nicht. Zumindest gehen davon alle anderen Gruppenmitglieder aus. Da kann man noch so viel reden und sagen, dass das nicht der Fall ist, aber die (wenn evlt. auch sehr kurze Zeit) der Trennungsphase, wo man sich wirklich nicht über den Weg laufen will, beeinflusst die Gruppe nachhaltig.

Jedes Teil der Minigruppe hat also jetzt das Problem, dass es sich wieder in den alten Gruppen, die es nicht geteilt hat, einfinden muss. Oder es hat Glück und hat ein oder zwei Personen, die in Großgruppen drinhängen und kann sehr leicht wieder auf die Gruppendynamik zugreifen, lernt also sehr schnell neue Leute kennen.

Was ist aber, wenn man dieses Glück nicht hat oder die Person, die man zur Verfügung hat, nur an Gruppen dranhängt, die z.b. im Altersschnitt 10 Jahre über dem eigenen liegen. Dann lernt man zwar tausende Leute kennen, kann aber mit denen nichts wirklich anfangen.
Wenn man außerdem nicht mehr an einer Großgruppe wie "Uni" dranhängt und die neue Großgruppe "Firma" einfach nicht so eine Dynamik hat wie "Uni", weil die Leute ja schon jahrelang in Gruppen sind und man einfach in bestehende Gruppen nicht wirklicht gut reinkommt?

Wie findet man Anschluss an eine Gruppendynamik? Vorallem vor Ort. Denn die Leute, die man ursprünglich z.b. aus der Gruppe Uni hatte, sind mittlerweile ja auch kein Teil mehr davon und irgendwo in der Welt verstreut. Oder man ist halt Teil von Gruppen, die generell räumlich sehr verteilt sind (Online-Communities).

Tja...ich suche die Lösung noch...


1 Kommentar:

Marius hat gesagt…

Tja, ich kenn das Problem von ganz anderer Seite her. Großgruppen haben das Problem, dass sie ständig dermaßen in Bewegung sein müssen um vital zu bleiben, dass sie ihren Mitgliedern ziemlich harte Bedingungen auferlegen. Dazu gehört z.B. , das private Probleme nicht in die Gruppe geschleppt werden. Dazu gehört auch, dass sie eine Menge Zeit und Kraft in die Gruppe investieren, um ihren "Rang" zu erhalten.

Im kleinen Kreis lassen sich Probleme viel leichter behandeln, und es ist viel einfacher das Gesicht zu wahren. Man kennt sich besser, und man duldet auch Patzer eher.

Deshalb mag ich Großgruppen nicht. Lieber einige voneinander isolierte Kleingruppen - das erlaubt jedem, sich notfalls die Privatsphäre zu suchen die er braucht.
Oder auf deutsch: jeder Mensch braucht nicht einen, sondern mehrere Freundeskreise.