Sonntag, 30. November 2008

Warum fahre ich nach Essen auf eine Tagung mit, wo ich doch weiß, dass mich das meiste dort daran erinnern wird, was ich noch gern alles gemacht hätte in den nächsten Jahren, was ich gern noch angeschaut hätte. Und ich hätte doch wissen können, dass mich auch dort die Erkenntnis trifft wie ein Schlag: du hast niemanden mehr, mit dem du dir das alles anschauen kannst. Klar kann man alleine loslaufen und das alles allein machen. Aber wenn man niemanden hat, mit dem man das teilen kann, ists doch eigentlich für die Katz.

Ich habe Freundschaften hinterfragt und musste feststellen:
Auch da ist niemand mehr, denn die wenigen Freunde, die man mal gemeinsam hatte, sind jetzt alle bei ihm, nicht bei dir und die 3 Freunde, die du sonst so hast, sind gerade allesamt mit anderem (hauptsächlich mit ihren Beziehungen) beschäftigt und haben keine wirkliche Zeit für dich, schon gar nicht dafür mit dir Party zu machen oder einfach mal wegzugehen auf ein Bier oder ins Kino. Oder aber sie haben zwar Zeit, aber der Anhang ist halt immer dabei...
Und dann ist da noch dieser Neid, zu sehen, dass es ihm viel besser geht, er tausend Leute hat und ständig unterwegs ist. Tja, und man selbst sitzt immer noch zu Hause und leckt die Wunden.

Diese Sachen haben mich leider (auf nicht gerade direktem Wege) zu einer nicht unwichtigen Erkenntnis geführt:

Ich habe meinen Traummann und meinen Lebensinhalt verloren. Ich kann mir aktuell nicht vorstellen, dass ich dieses Gefühl, was ich für ihn hatte, nochmal wiederfinde und vorallem auch nicht, dass ich nicht bei jeder neuen Beziehung das neue Gefühl mit dem Alten vergleiche. Nicht dass ich jetzt die Personen miteinander vergleichen würde (charakterlich, körperlich, was auch immer) aber ich vergleiche meine Gefühle.
Richtig dumm ist dabei ja: das entscheidet sich in den ersten Sekunden. Ich kann nicht danach suchen, denn das letzte Mal ist es Liebe auf den ersten Blick gewesen. Etwas was eigentlich zu keinem Zeitpunkt zu hinterfragen gewesen wäre. Ob es sowas mehr als einmal im Leben gibt? Zur Zeit glaub ich irgendwie nicht dran. Ich kann es mir nicht vorstellen.

Die Hoffnung stirbt nicht. Wenn es doch so was einmaliges war, sowas absolut Klares, Richtiges, wie kann das einfach vorbei sein? Wie kann es sein, dass das nicht mehr ist, dass man plötzlich keine Rolle mehr im Leben des anderen spielt? Wie kann es sein, dass innerhalb von wenigen Wochen all das weg ist, was jahrelang da war?
Man hat da einen Fremden vor sich und wundert sich, wo der Mensch hin ist, den man mal geliebt hat. Kann das wirklich sein, dass es diesen Menschen nicht mehr gibt? Kann es nicht sein, dass dieser Mensch irgendwann wieder da ist? Wie lang werde ich darauf warten, dass dieser Mensch wiederkommt? Werde ich mein Leben lang warten und hoffen, dass es sich wieder ändert?

Da ist niemand mehr, mit dem ich mein Leben teilen kann. Es interessiert sich auch niemand für mein Leben, da ist niemand, mit dem ich spontan Abends aufn Milchshake zu Burger King fahren kann oder sowas. Und ich glaube aktuell nicht dran, sowas wieder zu finden. Wo soll ich bitte einen Menschen finden, der so gut passt, wie der Mensch gepasst hat, den ich gerade verloren habe?

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Warum ist Dir der Mensch so fremd geworden? Hast Du vielleicht ein Bild geliebt, das DU Dir selbst erstellt hast und nicht den Menschen dahinter?

Was hat diesem Menschen vielleicht gefehlt, was er jetzt nachholt?

Was sind Deine Anteile?

Suche nicht die Fehler beim anderen. Suche sie bei Dir selbst und erkenne.

Warum haben sich die Leute von Dir abgewandt? Wo waren da Deine Anteile daran? Seine Schuld ist das bestimmt nicht.

Carisa hat gesagt…

Schade dass du Anonym schreibst, denn so hab ich keine Chance wirklich da drauf einzugehen und was dazu zu sagen, weil ich keine Ahnung habe, wer dahinter steckt...