Freitag, 21. November 2008

Gedanken über Schubladen

Schubladen sind echt toll.
Mach eine auf, pack was rein und mach sie wieder zu.
Es bleibt da drin, kommt nicht mehr raus und alles ist gut

naja, außer man hat zwei Katzen, die rausbekommen haben, wie man die Schubladen wieder öffnet und dann alles was drin ist rausräumen, um drin schlafen zu können...
ach nein, ich habs ja gar nicht von meiner Schlafzimmerkommode mit den Klamotten drin..

Äh ja...zurück zur Sache:
Ist es nicht toll, wenn man von Leuten einfach nur, weil man etwas lauter ist, weil man jemandem anderen ähnlich ist, der auch schon in einer Schublade steckt, in eine Schublade gesteckt wird?
Beispiel gefällig? Da kommt also in einer Gruppe irgendwann raus, dass man mit seinem Partner zusammen BDSM auslebt. So schön und gut, ist ja keine große Sache und eigentlich ja auch egal, wer wen haut. Aber wieso in aller Welt geht jeder davon aus, dass ich diejenige bin, die das führt, die damit angefangen hat und vorallem den Partner im Bezug auf diese Sache (und auch in jeder anderen) unterbuttert und dessen Meinung nicht zulässt? Es ist ja dann schon fast lustig, wenn dann der Partner versucht, dieses Missverständnis aufzuklären und was passiert? Nix, denn die Schublade ist einfach zu fest zu. Da wird dann eher geglaubt, dass der Partner vorgeschickt ist, als dass er auch selbst für sich sprechen kann. Womit wir dann bei der Schublade für den Partner wären.
Das alles nur, weil ich lauter bin, weil ich sage, was ich denke, weil ich meinen Weg gehe und mir nicht viel sagen lasse? Und weil mein Partner eben das krasse Gegenteil davon ist, nämlich lieb, nett, freundlich und vorallem in keiner Weise unbequem?
Na vielen Dank! Auf der einen Seite also das Unschuldslamm und auf der anderen die böse Hexe, die das Lamm unterwirft.
Und klar ist man dann auch schuld an der Trennung vom Partner. Klar ist man derjenige der damit viel besser klar kommt, logischerweise ist man nicht derjenige, der Zuspruch braucht. Und warum ist man das? Weil sich kaum jemand mal die Mühe gemacht hat euch kennen zu lernen.

Aber wie gesagt, Schubladen sind wunderbar einfach zu bedienen. Komisch ist nur...sie wieder aufzubekommen und was neu zu sortieren, das geht nicht. Warum eigentlich nicht?
Achja stimmt...dazu müsste man sich ja mit den anderen beschäftigen und das ist wirklich ziemlich aufwändig und macht auch Arbeit. Man müsste was investieren. Am Ende müsste man ja sogar seine Rolle, die man seit Jahren spielt, aufgeben.
Es gibt leider viel zu viele Leute da draußen, die sich in ihren Schubladen so wohl fühlen, dass sie da überhaupt nicht raus wollen. Alles ist perfekt eingerichtet, die Fassaden passen und nur weil man früher mal als Punk/Rocker /sonstwas unterwegs war, heißt das noch lange nicht, dass man jetzt nicht spießig sein und sich in der jahrelang erarbeiteten bequemen Schublade nicht wohlfühlen kann, die man nur angelegt hat, weil man irgendwann eben dem Umfeld gerecht werden musste und nicht mehr sein eigenes Ding durchziehen konnte. Und über den Rand schauen, könnt ja bedeuten, dass man merkt, dass man sich selbst verleugnet.

Ich hoffe, dass ich nicht eines Tages auch in so einer Schublade lande und mich und das was ich heute bin für was auch immer aufgeben werde. Guter Vorsatz, oder? Ich sollte das hier alle 5 Jahre lesen und mein Leben überprüfen...*schon mal einen Termin im Kalender eintragen geht für den 21.11.2013*

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Du hast Recht was das mit den Schubladen angeht, Carisa.
In letzter Zeit wundere ich mich des öfteren wie sehr man doch selber in diese ganze Sache verstrickt ist. Denn mal aus einer anderen Sicht betrachtet:
versucht man doch in jeder Situation alles und jeden einzuordnen. Es scheint als ob dies notwendig sei, da man (oder ich) ansonsten seine innere Ruhe nicht findet. Ich denke man macht das häufig unbewusst, das Einordnen. Falls man nämlich gerade keine Schublade frei hat, oder das Einzuordnende etwa zu groß ist für die vorhandenen Schubladen, so gerät man sofort aus der Fassung und weiß nicht mehr weiter. Oder aber man versucht alles umzuordnen, um doch noch einen freien Platz zu finden.
Das ist eine schwierige Sache. Egal aus welchem Winkel betrachtet.
Eine Frage stellt sich mir hier in diesem Zusammenhang: Sind auch unordentliche Chaos-Menschen solche Schubladen-Einordner?

Liebe Grüße vom weißen rentier aus dem NFP-Forum!