Freitag, 7. Dezember 2007

Licht aus! - Was für ein Quatsch

Ich muss mich jetzt echt mal auskotzen. Aufhänger ist die Aktion "Licht aus! Für unser Klima!"

Worum geht es eigentlich?
Das Problem Klimawandel und Umweltschutz ist allgegenwärtig. Jeden Tag darf man irgendwas dazu in der Zeitung lesen, man bekommt in den Medien ständig irgendwelche Werbung vorgesetzt, was wie gut dazu beiträgt, den Klimawandel zu stoppen. Der größte Feind ist das CO2. Von Methan z.b. spricht kaum jemand. Ich oute jetzt mal etwas, was wir vermutlich demnächst machen werden: wir werden bei einem Versuch pures CO2 in die Luft blasen. Nicht viel, aber wenn das Greenpeace mitbekommt, na dann gute Nacht.

Was regt mich wirklich auf?
Dass von allen Seiten geschrien wird: keine Kohlekraftwerke mehr und auch keinen Atomstrom.
Ja wie bitte stellen sich denn die Leute vor soll denn die gesamte Energie für Deutschland bereitgestellt werden? Ich führe mal ein Beispiel an: dieses Jahr gab es mal an einem Tag 18.000 MW aus Windkraft, die ins Netz gespeist werden musste (mal zum Vergleich, ein Kernkraftewerk hat ne Leistung von 1000-1200 MW). Und 2 Tage später kamen 200 MW aus der Windkraft. Versteht ihr was ich meine?
In den nächsten 20 Jahren werden die Hälfte der Kraftwerke, die wir in Deutschland haben, ausgetauscht werden müssen, einfach weil sie uralt sind. Die Kernkraftwerke, die noch Jahrzehnte laufen könnten, werden abgeschaltet. Und Kohlekraftwerke will keiner mehr haben, weil es ja so Drecksschleudern sind. Wenn überhaupt eins mit CO2-Abscheidung (die mich gut 10 % des Wirkungsgrades kostet - heißt: 10 % von dem was wir verbrennen, verbrennen wir, damit wir das CO2 später rausbekommen). Nur wohin mit dem CO2? Wie den radioaktiven Müll in ein Bergwerk? Na die GEnehmigung wird sicher schneller gehen, als beim Atommüll, da haben wir noch immer kein Endlager, weil die Politik das nicht gebacken bekommt. Ist CO2 nicht sogar noch schlimmer als der radioaktive Müll?

Dazu noch eine kurze Ausführung: würde die Forschung mehr unterstützt werden, könnten wir vielleicht in 20 Jahren all diesen Müll noch weiterverbrennen, außerdem noch das ganze Uran, was noch rumliegt, weil man es in den heutigen Kernkraftwerken nicht benutzen kann. Wir hätten für 3000 Jahre Brennstoff. Aber nein, heute deklarieren wir das als Müll und wollen es so weit wegschließen, dass unsere Nachfahren, die das vielleicht mal anders sehen, nicht mehr rankommen. Na danke.

Ich könnt hier noch ewig weiterreden.

Kurze Erklärung noch: ich studiere Maschinenbau und vertiefe in Energietechnik/Kerntechnik. Derzeit schreibe ich Diplomarbeit und werden im Bereich zukünftige Reaktortechnik promovieren. Ich habe mir schon sagen lassen müssen, ich würde nur nachquatschen, was mir meine Kollegen erzählen, das wär alles quatsch. Ich arbeite am ehemaligen Kernforschungszentrum Karlsruhe. Hier sind noch sehr viele Leute, die noch aktiv an Auslegung und Bau unserer heutigen Kernkraftwerke mitgewirkt haben. Ich habe einige Vorlesungen zum Thema gehört und bin der Meinung mir durchaus ein Bild gemacht zu haben. Ähnliches gilt für andere Energieerzeugungsformen. Ich bin nicht gegen regenerative Energien, ganz im GEgenteil, aber ich hab ein großes Problem damit, dass sie als Allheilmittel gesehen werden. Wasser-, Wind- und Solarkraft können unseren Energiebedarf definitiv nicht allein decken. Die sauberste Alternative ist Kernkraft. Und die schaffen wir in Deutschland ab.

1 Kommentar:

Gloria hat gesagt…

Schwieriges Thema für mich, da mir in allen Bereichen das Hintergrundwissen fehlt. Momentan scheint es mir auf den ersten Blick, dass der "Atommüll" weniger Schaden anrichtet als z.B. Kohlekraftwerke.
Natürlich sind Windkrafträder etc. auf den ersten Blick umweltschonender aber was passiert, wenn man z.B. in der Nordsee alles vollstellt? Die Natur wird dadurch auch beeinflußt, ist hier schon bekannt, inwieweit?

Alle schimpfen auf Benzin und man sollte doch auf Biodiesel umsteigen - war zumindest eine zeitlang so ^^ Aber besser ist das auch nicht! Zich Hektar Tropenwald werden für den Anbau von Raps und Soja dem Erdboden gleich gemacht, die Folgen sind katastrophal!

Solaranlagen werden in der Wüste aufgestellt, die Sonnenstrahlen treffen nicht mehr in dem Ausmaß wie vorher auf die Erde, weniger Erwärmung der Erde, was ist damit, welche Auswikrungen hat das, wenn man die Solaranlagen weiter ausbaut?

Alles nur weiterführende Gedanken meinerseits. Wie gesagt, mir fehlt Hintergrundwissen aber ich finde es alles andere als förderlich, wenn den Menschen durch Medien, Firmen etc. weis gemacht wird, dass durch die alternativen Energiegewinnungen alles besser wird. Das ist schlichtweg falsch, siehe Tropenwald. :(

Den Menschen muss umweltschonenderes verhalten beigebracht werden. Ich helfe ebenfalls mit, die Umwelt zu zerstören - schließe mich natürlich nicht aus. Wie könnte ich auch, lebe ich nach europäischem Standard aber ich versuche etwas zu verbessern --> ich fahre kein Auto mehr, ich spare Strom, ich achte bei Einkäufen auf die Verpackungen usw. Alles nur Kleinigkeiten aber ich denke wenn das JEDER machen würde, wäre es schonmal ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.
Dazu - wie du schon geschrieben hast - mehr Gelder in die Forschung investieren *nick*
Dort liegt eine "menschenfreundliche" Lösung für unsere Umwelt, eine Alternative wäre lediglich: Ausrottung der Menschenheit. Sie lernens ja nicht - wie man tagtäglich sieht :(